Borani-e esfanadsch (Spinatsalat mit Joghurt)

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Bei Spinat denke ich erst mal an Beilage, Rahmspinat oder höchstens an eine Füllung. In diesem iranischen Borani bekommt er aber eine ganz andere Rolle: abgekühlt, mit Knoblauchjoghurt vermischt und nur leicht gewürzt. Das wirkt auf den ersten Blick schlicht, hat neben gegrilltem Fleisch aber genau die Frische, die man am Tisch gut gebrauchen kann.
Kurkuma, Spinat und kühler Joghurt
Borani-e esfanadsch ist ein iranischer Joghurt-Dip beziehungsweise Spinatsalat. Der Name klingt etwas sperrig, das Essen selbst ist angenehm unkompliziert. Der Spinat wird mit Zwiebel und Kurkuma weich gegart, danach gut abgetropft und unter eine kräftige Joghurtmischung gehoben.
Wichtig ist dabei der Kontrast: Der Spinat bringt eine erdige, leicht herbe Note mit, Kurkuma etwas Wärme und Farbe. Joghurt und saure Sahne machen die Sache kühl und mild. Der Knoblauch darf dabei ruhig zu merken sein, sollte aber nicht alles andere überdecken. Drei Zehen sind bei der Menge in Ordnung. Wer frischen, sehr scharfen Knoblauch erwischt, kann erst mal mit zwei anfangen und nach dem Durchziehen probieren.
Der Spinat muss wirklich gut abtropfen
Der entscheidende Punkt bei diesem Rezept ist weniger das Kochen als das Abtropfen. Blattspinat verliert beim Garen ordentlich Volumen und hält trotzdem viel Wasser fest. Kommt er zu nass in den Joghurt, wird aus dem Dip schnell eine dünne, grünliche Masse. Geschmacklich geht das zwar noch, auf Fladenbrot macht es aber keinen großen Spaß.
Ich lasse den gegarten Spinat im Sieb vollständig abkühlen und drücke ihn anschließend mit einem Löffel oder sauberen Händen noch einmal leicht aus. Nicht komplett trockenpressen, er soll nicht faserig werden. Es reicht, wenn kein Wasser mehr nachläuft. Danach lässt er sich sauber unter den Joghurt heben und der Dip bleibt cremig.
Auch beim Kurkuma lohnt sich ein kurzer Blick in die Pfanne. Er soll mit den Zwiebeln nur etwa eine halbe Minute mitdünsten. So löst sich sein Aroma im Öl, ohne dass er bitter wird. Viel Röstaroma braucht es hier nicht. Die Zwiebeln sollen weich sein, nicht dunkel gebraten.
Vollmilchjoghurt statt dünner Standardware
Für Borani nehme ich Vollmilchjoghurt, wie im Rezept angegeben. Ein sehr magerer oder bereits recht flüssiger Joghurt macht den Aufstrich schnell dünn und etwas säuerlich. Die saure Sahne bringt Fett und eine runde Säure dazu, ohne dass es schwer wird.
Nach dem Verrühren darf die Mischung ruhig 20 bis 30 Minuten im Kühlschrank stehen. Der Knoblauch verteilt sich dann besser, und der Joghurt nimmt Geschmack vom Spinat und Kurkuma an. Vor dem Servieren noch einmal mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken. Weißer Pfeffer passt optisch besser als schwarzer, ist aber kein Muss. Schwarzer Pfeffer schmeckt genauso ordentlich, sieht nur etwas rustikaler aus.
Ein guter Begleiter zu Lamm vom Grill
Zu Lammfilets vom Grill passt Borani-e esfanadsch besonders gut. Lamm darf außen kräftige Röstaromen haben und innen noch saftig bleiben; der kalte Joghurt nimmt dem Fettigen nichts weg, sondern setzt einen frischen Gegenpol. Auch zu Lammkoteletts, Köfte oder gewürzten Hähnchenspießen funktioniert das sehr gut.
Wenn kein Grill läuft, stelle ich die Schüssel einfach mit warmem Fladenbrot auf den Tisch. Ein wenig Olivenöl obenauf ist möglich, nötig ist es aber nicht. Der Dip schmeckt am besten gut gekühlt, während das Brot oder das Fleisch noch warm ist. Genau dieser Temperaturunterschied macht ihn für mich aus.
Borani-e esfanadsch (Spinatsalat mit Joghurt)
Zutaten
- 500 g Blattspinat
- 1 Zwiebel
- 2 El Olivenöl
- 2 Tl Kurkuma
- 100 ml Wasser
- 3 Knoblauchzehen
- 450 g Vollmilchjoghurt
- 50 g saure Sahne
- Salz
- weisser Pfeffer; f.a.d.M.
Und so wird's gemacht:
- Spinat putzen, gründlich waschen und abtropfen lassen.
- Zwiebeln schälen und fein würfeln. Spinatblätter in ein Zentimeter breite Streifen schneiden.
- Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin andünsten. Kurkuma dazugeben und eine halbe Minute mitdünsten. Den Spinat dazugeben, durchschwenken, mit Wasser auffüllen und ca. fünf Minuten kochen lassen, bis der Spinat weich ist. Zum Abtropfen in ein Sieb giessen und abkühlen lassen.
- Den Knoblauch schälen und fein hacken. Mit dem Joghurt und der sauren Sahne verrühren. Den Spinat unter den Joghurt heben, salzen und pfeffern.
- Zu gegrillten Lammfilets oder als Dip zu Fladenbrot servieren.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.
